Die Berninabahn, deren Entstehung eng mit dem Bau der Kraftwerke Brusio zusammenhängt, fährt seit 1910 durchgängig von St. Moritz nach Tirano. Ursprünglich nur auf einen Sommerbetreib ausgelegt, soll das Trassee möglichst ökonomisch und ohne aufwändige Kunstbauten die eindrückliche Landschaft touristisch in Szene setzen. Der 1913/14 eingeführte Winterbetrieb stellt die Bahn jedoch vor neue Herausforderungen: Streckenabschnitte müssen in weniger gefährdete Gebiete verlegt werden, Aussichtsschleifen müssen Schutzgalerien weichen und die Schneeschleuder benötigt Wendemöglichkeiten. So entstehen an den Haltestellen Ospizio Bernina und Bernina Suot überdachte Drehscheiben und die einfachen Holzpavillons werden zu dem Wetter trotzenden steinernen Bauten. Spuren dieses Wandels sind im alpinen Gelände noch gut erkennbar und als interessante Zeitzeugen zu lesen.
Das Special wird von Johannes Florin, Denkmalpflege Graubünden geleitet.