Der Massivbau mit knappstem, steinplatten-gedecktem Satteldach, ist an der Südfassade spannungsvoll halbseitig um Balkontiefe zurückversetzt und in diesem Teil in Holz ausgeführt. Die Fenster sind streng gesetzt und wirken als scharf geschnittene Hoch-rechtecke. Salmfarbig gekalkt, lässt der mit Spachtel geglättete Verputz den Baukörper in lasierendem, zartem Rosa erscheinen. In Granit sind die Gewände der Haustüre und die Fenstersimse gefasst. Unaufdringlich, ohne die Strenge der Gesamtanlage zu durchbrechen, sind Bauteile älterer Häuser eingelassen: die eiserne Haustür, ein Fenstergitter, Holzbalken und Balkonbalustrade, Decken- und Schrankteile im Innern. Die Chesa Flurina ist ein sensibles Spätwerk von Jachen Ulrich Könz, das zeigt, wie traditionelle Bauformen und selbst ältere Bauteile in einen streng gesetzten Baukörper integriert werden können.
Quelle: Construir Bauen Costruire 1830-1980 Obrist, Semadeni, Giovanoli